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Der Überblick

Wandern im Chiemgau

Zwischen Chiemsee und Kaisergebirge liegt ein Wandergebiet, das man an einem Nachmittag genauso gut erlebt wie in einer Woche: sanfte Almwiesen im Achental, die Felsszenerie der Kampenwand, Aussichtsberge wie Hochgern und Geigelstein — und ein paar Schritte weiter die hochalpinen Berchtesgadener und Salzburger Alpen. Hier findest du, was die Regionen unterscheidet, wann die beste Zeit dafür ist und was du für eine geführte Tour wissen musst.

Vier Regionen

Wo im Chiemgau und drumherum gewandert wird

Die Chiemgauer Alpen sind der Kern, aber nicht die Grenze. Von Unterwössen aus sind drei weitere Gebirgsgruppen für eine Tages- oder Zweitagestour erreichbar, und jede hat einen eigenen Charakter.

Chiemgauer Alpen

Die Chiemgauer Alpen sind meine Heimatberge, aufgewachsen bin ich in Oberwössen im Achental. Von der sanften Almwanderung bis zur drahtseilversicherten Gipfelrunde liegt hier alles innerhalb einer kurzen Anfahrt — und vom Gipfel schaut man über den Chiemsee bis ins Alpenvorland.

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Berchtesgadener Alpen

Watzmann, Hochkalter und das Steinerne Meer: In den Berchtesgadener Alpen wird es hochalpin und ernster als im Chiemgau. Die Touren hier sind länger, felsiger und eindrucksvoller — und genau deshalb eine Erfahrung, die man nicht vergisst.

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Salzburger Alpen

Gleich hinter der Grenze beginnen die Salzburger Berge: Untersberg, Gosaukamm und die Übergänge dazwischen. Von Unterwössen aus ist das eine gut machbare Anfahrt für eine Tages- oder Zweitagestour.

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Zwischen Zugspitze und Watzmann

Zwischen Zugspitze und Watzmann liegen die Bayerischen Voralpen mit Traithen, Rofan und dem Mangfallgebirge. Wer die Chiemgauer Berge schon kennt, findet hier den nächsten Radius — vertraut im Charakter, neu in der Aussicht.

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Die beste Zeit

Wann wandert man im Chiemgau am besten?

Die kurze Antwort: von Mai bis Oktober für die Gipfel, September und Oktober für die klarste Sicht. Die längere hängt davon ab, was du sehen willst.

  1. Mai und Juni

    Blütezeit und lange Abende

    Die Almwiesen blühen, die Bäche führen Schmelzwasser und es ist noch angenehm kühl im Aufstieg. In hohen Lagen können Altschneefelder liegen, die Tourenwahl richtet sich deshalb nach den Verhältnissen.

    Touren mit Blumenpracht →
  2. Juli und August

    Hochsaison für die großen Runden

    Jetzt sind auch die Mehrtagestouren und Durchquerungen dran, die Hütten sind bewirtschaftet. An heißen Tagen lohnen Wege über Nordseiten und durch Wald — oder ein Start noch vor Sonnenaufgang.

    Schattige Touren für den Hochsommer →
  3. September und Oktober

    Die klarste Sicht des Jahres

    Für viele die beste Wanderzeit im Chiemgau: stabile Wetterlagen, kaum Gewitter, weniger Betrieb und eine Fernsicht, die es im Sommer selten gibt. Die Tage werden kürzer, die Tourenplanung entsprechend straffer.

    Tages- und Gipfeltouren →
  4. November bis April

    Unterwegs, aber anders

    Die hohen Gipfel sind winterlich, dafür kommen tiefer gelegene Wege und Almen in Frage. Als Mitarbeiter im Lawinenwarndienst Bayern bin ich in dieser Zeit ohnehin im Gelände — Touren plane ich dann nach Schneelage auf Anfrage.

Vom halben Tag bis zur Woche

Welche Tour passt zu mir?

Der ehrlichste Filter ist die Zeit, die du hast. Kondition und Erfahrung lassen sich innerhalb jeder dieser vier Gruppen noch anpassen.

Halbtages- und Almwanderungen

Ein halber Tag reicht im Chiemgau für ein richtiges Bergerlebnis. Diese Wanderungen führen über Almwiesen zu bewirtschafteten Hütten, mit Zeit für eine ausgiebige Einkehr und ohne lange Anfahrt. Gut geeignet, wenn du das Bergwandern gerade erst für dich entdeckst oder nur einen Vormittag frei hast.

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Tages- und Gipfeltouren

Früh los, abends zurück und dazwischen ein Gipfel. Diese geführten Tageswanderungen bewegen sich meist zwischen 800 und 1.400 Höhenmetern und verlangen Kondition für fünf bis sieben Stunden Gehzeit. Kampenwand, Hochgern, Geigelstein und Hochplatte sind die Klassiker, die du hier findest.

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Mehrtagestouren

Zwei oder drei Tage am Berg verändern den Blick: Du erlebst Abendlicht und Morgenstimmung dort oben, statt sie vom Tal aus zu sehen. Übernachtet wird auf Hütten, das Gepäck bleibt leicht, die Etappen sind so geplant, dass Zeit zum Schauen bleibt.

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Durchquerungen

Bei einer Durchquerung geht es nicht auf und wieder hinunter, sondern hindurch — von einem Tal ins nächste, über Kämme und Übergänge. Das Steinerne Meer, der Untersberg und der Gosaukamm sind die großen Runden in meinem Programm.

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Alle Touren

Touren im Überblick

Strecke, Aufstieg, Gehzeit und Schwierigkeit aller Touren auf einen Blick. Ein Klick führt zur ausführlichen Beschreibung mit Etappen, Preis und Terminen.

Geführte Wanderungen mit Strecke, Aufstieg, Gehzeit und Schwierigkeit
TourDauerStreckeAufstiegSchwierigkeit
Wanderung über die Tourist Info Achental––––
Entdecke das Rofan3 Tage––leicht
Rundtour auf die Kampenwand6:15 Std16 km1.100 hmmittelschwer bis schwer
Hochstaufen-Zwiesel-Überschreitung in 2 Tagen2 Tage––mittelschwer bis schwer
Der Hochgern – ein Chiemgauer Klassiker - als Zweitagestour2 Tage––mittelschwer
Rundtour auf die Hochplatte5 Std9,5 km1.050 hmleicht bis mittelschwer
Zum Sonnenuntergang auf den Hochgern4:30 Std11 km750 hmleicht bis mittelschwer
Überschreitung Gamsknogel-Zwiesel6:30 Std10,7 km950 hmmittelschwer
Überschreitung Großer Traithen6 Std10 km960 hmmittelschwer bis schwer
Über den Weitlahner zum Geigelstein6:40 Std16 km1.250 hmleicht bis mittelschwer
Gipfel- und Almenrunde am Rechenberg4:30 Std11 km750 hmleicht bis mittelschwer
Zum Blauen Auge des Chiemgau5:30 Std16 km800 hmleicht bis mittelschwer
Im Angesicht des Watzmann2 Tage––mittelschwer bis schwer
Zwei Tage durchs Steinerne Meer2 Tage––mittelschwer bis schwer
2-Tages-Überschreitung des Untersberg2 Tage––mittelschwer bis schwer
Rund um den Gosaukamm3 Tage––mittelschwer
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Häufige Fragen

Was Gäste vorher wissen wollen

Brauche ich Erfahrung, um im Chiemgau zu wandern?

Nein. Für die Halbtages- und Almwanderungen genügen normale Alltagsfitness und Wanderschuhe mit Profil. Anspruchsvoller wird es bei den Gipfeltouren: dort sind Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Kondition für fünf bis sieben Stunden Gehzeit nötig. Bei jeder Tour steht die Schwierigkeit dabei, und wenn du unsicher bist, welche passt, frag mich einfach vorher.

Wie viele Teilnehmer sind bei einer geführten Wanderung dabei?

Durchführung ab zwei Personen, mehr als 9 Teilnehmer nehme ich nicht mit. Kleine Gruppen sind kein Zufall, sondern Absicht: nur so bleibt Zeit, unterwegs auf Fragen einzugehen und das Tempo an alle anzupassen.

Was kostet eine geführte Wanderung im Chiemgau?

Zwischen 40 und 150 Euro pro Person, gestaffelt nach Gruppengröße: je mehr mitgehen, desto günstiger wird es für jeden Einzelnen. Der genaue Preis steht bei jeder Tour. Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG berechne ich keine Umsatzsteuer, die genannten Preise sind Endpreise.

Was ist im Preis enthalten und was nicht?

Enthalten sind die Führung und die komplette Organisation der Tour — Planung, Wegwahl, Zeiteinteilung und bei Mehrtagestouren die Reservierung der Schlafplätze. Nicht enthalten sind die Anreise, ein etwaiges Parkticket, Einkehr und Verpflegung sowie bei Mehrtagestouren Übernachtung und Halbpension auf der Hütte; die zahlst du direkt dort.

Was muss ich mitnehmen?

Tagesrucksack mit 20 bis 30 Litern, Wanderschuhe mit gutem Profil, Funktionsjacke und Regenjacke, Sonnenschutz, ausreichend zu trinken, Brotzeit sowie persönliche Medikamente. Wanderstöcke sind zu empfehlen. Mit der Anmeldebestätigung bekommst du eine vollständige Ausrüstungsliste für die jeweilige Tour; Ausrüstung stelle ich nicht.

Komme ich ohne Auto zum Startpunkt?

Bei vielen Touren ja. Welche mit Bahn und Bus erreichbar sind, ist eigens gekennzeichnet — das macht auch Überschreitungen möglich, bei denen Start und Ziel nicht derselbe Ort sind und ein Auto ohnehin im Weg stünde.

Kann ich mit Kindern mitkommen?

Ja, für Familien gibt es eigene Touren mit kürzeren Abschnitten und einem Ziel, das für Kinder erreichbar bleibt. Jugendliche unter 16 Jahren dürfen nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten mitgehen, unter 18 Jahren mit schriftlicher Zustimmung.

Was passiert bei schlechtem Wetter?

Die Tour fällt selten ganz aus, sie wird angepasst: andere Route, anderes Ziel, im Zweifel ein tiefer gelegener Weg. Diese Entscheidung treffe ich, und zwar zugunsten der Sicherheit — einen Gipfelerfolg kann ich nicht garantieren. Muss eine Tour wegen der Verhältnisse abgesagt werden, bekommst du bereits Gezahltes zurück.

Bis wann kann ich kostenfrei absagen?

Bis 31 Tage vor der Tour kostenfrei. Danach fällt ein gestaffeltes Ausfallhonorar an, das in den AGB genau aufgeführt ist. Benennst du eine Ersatzperson, die teilnimmt, wird der volle Beitrag zurückerstattet. Bei Mehrtagestouren können zusätzlich Stornokosten der Hütte anfallen.

Wer führt die Touren?

Sepp Auer, zertifizierter Natur- und Wanderguide aus Unterwössen im Chiemgau, ausgebildet an der Natursport Akademie. Seit über 32 Jahren bin ich in der Bergwacht Bayern, davon zwölf Jahre als Leiter der Bereitschaft Marquartstein, und bin weiter als Einsatzleiter und Flugretter aktiv. Dazu bin ich Mitarbeiter im Lawinenwarndienst Bayern.

Noch eine Frage offen?

Schreib mir, was du vorhast. Ab zwei Personen plane ich die Tour auch nach deinen Wünschen — Termin, Länge und Schwierigkeit stimmen wir vorher ab.